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Federal Office of Meteorology and Climatology MeteoSwiss

Die globale Erwärmung trifft auch die Schweiz

Wie wird sich unser Klima zukünftig ändern? Werden wir uns auf häufigere Überschwemmungen, Stürme, Hitzewellen und warme, schneearme Winter einstellen müssen? Dass es eine globale Erwärmung seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1860er Jahren von 0.6°C gegeben hat, die zum Grossteil durch menschliche Aktivitäten verursacht wurde, ist mittlerweile unbestritten. Die 1990er Jahre waren die wärmste Dekade des 20. Jahrhunderts, 1998 das weltweit wärmste Jahr. In der Schweiz war es im jährlichen Mittel 1994 am wärmsten. Bemerkenswert ist auch, dass es in den letzten 30 Jahren eine grosse Anzahl von extremen Wetterereignissen wie Überflutungen und Dürren gegeben hat. Laut der Meteorologischen Weltorganisation (WMO) hat sich die Anzahl der wetterbedingten Katastrophen in den vergangenen 10 Jahren verdoppelt.

 

Klimawandel

Auch in der Schweiz werden erste mögliche Auswirkungen eines Klimawandels messbar. So ziehen sich beispielsweise die Gletscher im Schweizer Alpenraum mehrheitlich zurück. Die sehr lange Messreihe vom Morteratschgletscher (Oberengadin, Graubünden) zeigt dies auf eindrückliche Weise. Vor allem wird auch sehr gut sichtbar, wie drastisch sich der Hitzesommer 2003 auf den Rückzug des Gletschers auswirkte.

 

Grafik zum Rückzug des Morteratschgletschers

Die Gletscherdaten können bezogen werden unter:

Schweizer Gletscher-Messnetz
Nicht nur in der Gletscher-, auch in der Pflanzenwelt hat der Klimawandel messbare Spuren hinterlassen. Die Vegetationsperiode hat sich in den letzten 50 Jahren bei einer Anzahl von untersuchten Pflanzen verlängert, indem das Wachstum im Frühling im Mittel um etwa 11 Tage früher einsetzt.

 

Um zuverlässige Prognosen zum Klimawandel stellen zu können, sind grosse Forschungsanstrengungen nötig. Auch die Schweiz ist mit dem im Jahr 2001 lancierten Nationalen Forschungsschwerpunkt NCCR-Climate (National Centre of Competence in Research - Climate) an der Klimaforschung massgeblich beteiligt. Im Rahmen dieses Schwerpunktes wird bei MeteoSchweiz, dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, unter anderem untersucht, inwieweit das Klima auf kürzeren Zeitskalen vorhersagbar ist. Ziel sind saisonale Klimaprognosen, mit deren Hilfe sich Aussagen über die im Mittel zu erwartende Temperatur oder Niederschlagsmenge für verschiedene Regionen der Erde machen liessen.
National Centre of Competence in Research - Climate
MeteoSchweiz Beitrag zum NCCR-Climate I
MeteoSchweiz Beitrag zum NCCR-Climate II

 

Klimamodelle

Die heutigen computergestützten Klimamodelle können die beobachtete Erwärmung nur dann simulieren, wenn sie neben den natürlichen Ursachen einer Erwärmung auch die Zunahme der menschengemachten Treibhausgase berücksichtigen. Das wichtigste Treibhausgas, Kohlendioxid, hat seit Beginn der Industrialisierung 1750 um immerhin rund 30% zugenommen und wird, solange international die Massnahmen zur CO2-Reduktion noch nicht greifen, auch zukünftig weiter ansteigen. Verschiedene Szenarien sehen eine globale Temperaturzunahme von 1.4 bis 5.8 °C für den Zeitraum von 1990 bis 2100 voraus. Gleichzeitig wird ein markanter Anstieg des Meeresspiegels befürchtet.

 

Temperaturprojektionen-2100
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