Bild 1: 5-tägige Niederschlagssummen vom 3. bis 7. September 2008, Messnetz MeteoSchweiz
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Bild 2: 48-stündige Niederschlagssummen Samstag und Sonntag, 6./7. September 2008, Messnetz MeteoSchweiz
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Der zeitliche Verlauf der Niederschläge ist in den Bildern 3 und 4 verdeutlicht. Gezeigt sind 24-stündige Niederschlagssummen von ausgewählten Stationen im Tessin (Bild 3) und in Graubünden (Bild 4). In der ersten Phase (Nacht von Mittwoch, 3. auf Donnerstag, 4. September) konzentrierten sich die teils gewittrigen Schauer hauptsächlich auf eine Linie Lago Maggiore - Magadinoebene - San Bernardino. Sie wurden unter anderem durch eine Frontalzone verursacht, welche sich von Frankreich her näherte, und in ihrem Vorfeld die Schauerbildung an der ansteigenden Topographie des Alpensüdhanges unterstützte. Nach einer etwas ruhigeren Phase am Freitag intensivierten sich am Samstag, 6. September, im Vorfelder einer neuen Kaltfront, die Niederschläge erneut. Dabei drehten die Höhenwinde etwas mehr auf süd bis südwestliche Richtungen, so dass die weiter nördlich gelegenen Stationen in der Gotthardregion nun ebenfalls höhere Intensitäten erfuhren. Im Vorfeld der nahenden Kaltfront wurden die Niederschläge auch weit nordostwärts in die Surselva und bis ins Glarnerland verfrachtet, wie die 48-Stundensummen von 113 mm und 110 mm an den Beobachterstationen Tavanasa/GR, resp. Elm/GL zeigen (Bild 2 oben, sowie lokale Analyse am Sonntag, 7. September 00 UTC in der Spalte rechts).
Klimatologische Einordnung
In den Tabellen 1 und 2 sind die Niederschlagssummen über 24 Stunden (Samstag, 6. September) sowie die 5-Tagessummen über das gesamte Ereignis von ausgewählten Stationen aufgelistet. Für diese und einige weitere Standorte ordnet sich das Ereignis bezüglich der jeweiligen Akkumulationsperioden unter die 10 intensivsten ein, wobei die Häufigkeit des Ereignisses meist 10-jährig oder häufiger ist. An der NIME-Station Sonogno (Verzasca-Tal) wurde eine Tagessumme von 287 mm gemessen, dies entspricht einem 20-jährigen Ereignis, das während der Beobachtungsperiode nur ein einziges Mal übertroffen wurde (10. September 1983, siehe weiter unten). An der NIME-Station Zervreila wurde mit einer 4-Tagessumme von 209 mm der dritthöchste Wert der Messperiode registriert. Die Jährlichkeit dieses Ereignis beträgt 10 bis 20 Jahre. Noch grössere Summen fielen während den Ereignissen vom 13. November 2002 und 16. Juli 1987. Im folgenden Abschnitt werden die eben erwähnten drei Wetterlagen kurz mit derjenigen der vergangenen Tage verglichen. Insgesamt zeigen die statistischen Daten, dass es sich punktuell um ein extremes Ereignis handelt. Auf die gesamte Fläche der betroffenen Regionen bezogen, können jedoch alle paar Jahre solche Regensummen auftreten.
1-Tagessummen
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| Sonogno/TI (Val Verzasca) | 287 mm | 20 Jahre (Statistik d. Vergleichstation Frasco, 2km südöstlich) | 2 (1961-1994) | 314 mm, 10.9.1983 |
| Robiei/TI (Val Bavona) | 154 mm | < 10 Jahre | 4 (1991-2003) | 174 mm, 20.9.2000 |
| Zervreila/GR (Valser Tal) | 112 mm | 10 Jahre | 5 (1970-2003) | 156 mm, 15.11.2002 |
Tabelle 1: Tagessummen Samstag, 6. September und Vergleich mit vergangenen Ereignissen
5-Tagesssummen
| Station |
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| Sonogno/TI (Val Verzasca) | 653 mm | - | 1 (1961-1994) | bisher 514 mm, 16.7.1987 |
| Mosogno/TI (Valle Onsernone) | 447 mm | < 10 Jahre | 10 (1961-2003) | 659 mm, 22.4.1986 |
| Zervreila/GR (Valser Tal) | 209 mm | 10 Jahre | 4 (1970-2003) | 291 mm, 14.11.2002 |
Tabelle 2: 5-Tagessummen (3.-7. September) und Vergleich mit vergangenen Ereignissen
Ähnliche Wetterlagen in der Vergangenheit
Bezüglich Niederschlagssummen während diesem Ereignis ist die Station Maggia hervorzuheben: extreme Intensitäten wie 55 mm/1h, 174 mm/4h und 392 mm/24 Stunden wurden damals registriert. In Faido und Frasco (unmittelbar neben Sonogno im Verzascatal) fielen 233 mm, bzw. 440 mm innert 24 Stunden. Die Bündner Stationen verzeichneten zwar geringere Intensitäten, jedoch hatte es während 84 Stunden praktisch anhaltend geregnet.
10. September 1983: Die räumliche Niederschlagsverteilung ist derjenigen des aktuellen Ereignisses sehr ähnlich, die Wassermassen fielen jedoch in einer noch kürzeren Periode (Bild 6). In der Region Centovalli-Maggia-Verzasca fielen damals rund 400 mm auf einer Fläche von 150 Quadratkilometer innert rund 14 Stunden. Die Maggia (gemessen in Solduno, unterhalb Zufluss Melezza aus dem Centovalli) führte damals rund 3700-4000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab. Der Spitzenwert am vergangenen Sonntag, 7. September 2008 betrug knapp 2100 Kubikmeter pro Sekunde (Quelle: BAFU, www.hydrodaten.admin.ch). Als Vergleich: der Rhein bei Basel führt derzeit (Stand Montag 8.9.2008) vergleichsweise bescheidene 1200, während den Starkniederschlägen am 8./9. August 2007 führte er die August-Rekordmenge von 4810 Kubikmeter pro Sekunde.
Die Wetterlage vom 10.09.83 (Bild 7), zeigt erneut Ähnlichkeiten mit dem aktuellen Ereignis in Bezug auf Position, Verlagerung und Wellenbildungen entlang der Frontalzone, welche sich den Alpen näherte und diese anschliessend überquerte (vgl. Wetterkarten 3.-7. Sep 2008 rechts oben).
Föhn im Norden am "trockenen" Freitag





