Wetterablauf
Abbildung 2b: Verlauf der Temperaturabweichungen gegenüber den langjährigen Mittelwerten für die Stationen Zürich, Genf und Lugano.
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Das hochdruckbeeinflusste Hochsommerwetter dauerte in der Folge bis zum 23.. an. Anschliessend verflachte sich die Druckverteilung (Abbildung 5). Damit nahm die Neigung zur Bildung von Gewittern sukzessive zu. Sie waren stellenweise heftig und sorgten für grössere Schäden (z.B. Grindelwald, Val de Dix, Martigny). Zu einem Unterbruch der Hitzewelle kam es damit aber nicht.
In den letzten Tagen des Monats Juli machte sich allmählich eine Wetterumstellung bemerkbar. Eine Gewitterstörung linderte am 27. und 28. Juli vorerst nur lokal die grosse Trockenheit. Nach einem letzen Hitzetag am 30. Juli, floss im Laufe des letzten Juli Tages zunehmend feuchtere Atlantikluft gegen die Schweiz und bis am Abend setzte verbreitet Regen ein.
Der Hitze-Juli 2006 im langjährigen Vergleich

Der Juli 2006 war in weiten Teilen der Schweiz ausgesprochen heiss. Die erreichten Monatsmitteltemperaturen waren in den Niederungen der Alpennordseite und in den meisten Alpentälern die höchsten Juliwerte seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen im Jahre 1864. Die bisherigen Rekordwerte stammen aus dem Juli 1983. An den höher gelegenen Stationen westlich der Reuss und des Alpensüdhanges erreichten die Temperaturen nicht ganz die Werte vom Juli 1983. In den Gipfelregionen herrschten im Juli 2006 und im Juli 1983 vergleichbare Temperaturen. In den Niederungen der Alpensüdseite übertrafen die Temperaturen ebenfalls die Werte aus dem Jahre 1983. Der Juli-Rekord aus dem Jahre 1928 wurde jedoch nicht gebrochen.

Auf der Alpennordseite östlich der Aare war der Juli 2006 verbreitet 5 Grad heisser als im Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Im Westen und Wallis erreichte der Wärmeüberschuss rund 4 Grad, im Engadin und auf der Alpensüdseite war er mit rund 3.5 Grad weniger extrem. Die Monatsmitteltemperatur betrug im Flachland der Alpennordseite, im Rheintal bis Chur und in der Urner Reussebene sowie im Zentralwallis 22 bis 23.5 Grad, in den tiefen Lagen der Alpensüdseite sogar rund 24 Grad. Selbst auf dem 3580 m hohen Jungfraujoch wurde eine mittlere Monatstemperatur von Plus 2.8 Grad gemessen.

Entsprechend der hochsommerlichen Witterung war der Juli auch gebietsweise aussergewöhnlich sonnig und sehr trocken. Aufgrund der häufig schauerartigen und gewittrigen Niederschlägen ergaben sich lokal zum Teil beträchtliche Unterschiede in den Niederschlagsmengen.

Grosse Trockenheit stellte sich vor allem am Juranordfuss, in weiten Teilen des Mittellandes und am östlichen Alpennordhang ein, wo im Allgemeinen nur 25 bis 50 Prozent der normalen Niederschlagsmengen fiel. Auch das Vorderrheintal erhielt weniger als 50 Prozent der normalen Regenmengen. Entlang dem südlichen Jura, im Napfgebiet und im nördlich angrenzenden Mittelland wurden aber verbreitet mehr als 70 Prozent, lokal sogar übernormale Mengen gemessen. In den Alpen westlich der Reuss fielen verbreitet 50 bis 70 Prozent der Normalsummen. In weiten Teilen von Graubünden und Tessin war das Regendefizit gering und es fiel lokal mehr Regen als im langjährigen Durchschnitt.

Die Besonnung erreichte am Juranordfuss, im Mittelland und im Zentralwallis mehr als 300 Stunden. Im zentralen und östlichen Mittelland wurden sehr hohe 135 bis 160 Prozent der normalen Besonnung erreicht. Im Westen, Wallis, Süden und Graubünden blieb es meist bei 110 bis 130 Prozent des Normalwertes.
Tagesmitteltemperaturen und Abweichungen zum langjährigen Mittel einiger ausgewählter Standorte aus dem Messnetz der MeteoSchweiz:
| Station | Tagesmittel Juli 2006 in °C | Abweichung zum langjährigen Mittel 1961-1990 | Bisheriger Rekord / Jahr | Rang Juli 2006 |
| Basel | 23.7 | 5.2 | 22.5 / 1983 | 1 |
| Bern | 22.1 | 4.6 | 21.5 / 1983 | 1 |
| Genf | 23.7 | 4.4 | 23.0 / 1983 | 1 |
| Säntis | 9.9 | 5.2 | 9.8 / 1983 | 1 |
| Zürich MCH | 22.5 | 4.9 | 22.0 / 1983 | 1 |
| Lugano | 24.3 | 3.2 | 25.0 / 1928 | 2 |
Viele Hitzetage
Anzahl Hitzetage (Tagesmaxima >=30 °C) des Juli 2006 im Vergleich zum langjährigen Mittel:
| Station | Langjähriges Mittel 1961-1990 | Anzahl Hitzetage Juli 2006 | Anzahl Hitzetage Juli 2003 | Anzahl Hitzetage Juli 1983 |
| Basel | 3.4 | 17 | 9 | 14 |
| Bern | 1.9 | 16 | 6 | 13 |
| Genf | 4.6 | 19 | 13 | 19 |
| Zürich MCH | 1.7 | 15 | 3 | 12 |
| Lugano | 1.2 | 17 | 10 | 11 |
Häufung der überdurchschnittlich warmen Julimonate in den letzten 25 Jahren
Abbildung 6: Die jährliche Abweichung der Juli-Temperatur in der Messstation Zürich vom langjährigen Durchschnitt (Norm 1961-1990) als eindrückliches Beispiel für den Klimawandel. Die zu warmen Jahre sind rot, die zu kalten Jahre blau angegeben.
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