Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz

Wetter und Klima im Alpenraum

Die Alpen beeinflussen unser Wetter und damit unser Klima in vielfältiger Art und Weise. Die MeteoSchweiz als nationaler Wetterdienst befasst sich seit ihrer Gründung mit Phänomenen der Gebirgsmeteorologie, um Klima und Wetter im Alpenraum zuverlässig beschreiben und voraussagen zu können.

 

Satellitenbild-20.5.05

Satellitenbild MSG, 20.5. 2005

Die Alpen - eine natürliche Barriere
Die Alpen wirken als "natürliche Barriere", an der grossräumige Wettersysteme, die sich vornehmlich über dem Atlantik ausbilden, abgelenkt, verändert oder gar neu gebildet werden können. Die Prognostiker der MeteoSchweiz sind darauf spezialisiert, typische Wetterlagen im Hinblick auf ihre Auswirkungen nördlich und südlich der Alpen zu analysieren und mögliche Entwicklungen vorauszusagen. Auch die Analyse des Klimas im Alpenraum muss natürlich diese Charakteristik kennen und berücksichtigen. Lokalere Phänomene wie z.B. Föhn werden überhaupt erst durch die Präsenz der Alpen hervorgerufen und sind entsprechend schwierig vorherzusagen.

 

Ueberschwemmung Magadino

Magadino, 16.10.2000 (Photo NN)

Die Alpen - ein sensitives Gebiet

Die Alpen stellen in vielerlei Hinsicht ein sensitives Gebiet dar. Die Auswirkungen von möglichen Klimaveränderungen durch den vom Menschen verstärkten Treibhauseffekt sind nicht nur höchst variabel auf kleinstem Raum, sondern sie betreffen auch ein Ökosystem, in welchem nicht nur Fauna und Flora sensitiv auf Veränderungen reagieren. Auch der Mensch ist betroffen, z.B. durch die Veränderung der typischen Nullgradgrenze (Stichwort: Permafrost), sich verändernde Niederschlagsregimes (Stichwort: Wintertourismus) und vieles mehr. Klimatologen der MeteoSchweiz analysieren die Eigenschaften und Charakteristika des Klimas im Alpenraum, um solche Veränderungen frühzeitig zu erkennen oder anhand von Klimasimulationen mögliche Gefahren abschätzen zu können. Auch meteorologisch bedingte Gefahren drohen - durch sehr lokalisierte Starkniederschläge (mit möglichen Folgen wie Überschwemmung oder Erdrutschen), durch Stürme an exponierten Stellen, Lawinen oder lokaler Nebelbildung.

 

vereiste Station

Vereister Sensor auf dem Säntis (Photo MeteoSchweiz)

Spezielle Anforderung an Datenmessungen im Gebirge
Eine der Hauptaufgaben der MeteoSchweiz besteht darin, ein Beobachtungsnetz für meteorologische und klimatologische Informationen bereit zu stellen. Wenn es in anderen Gebieten genügen mag, alle hundert Kilometer eine Messstation einzurichten, so erfordert die Variabilität im Alpenraum eine viel grössere Stationsdichte. Zudem müssen Repräsentativität einer Messstation im Gebirge und lokale Einflüsse untersucht werden, um sie bei klimatologischen Analysen entsprechend berücksichtigen zu können. Natürlich bringen meteorologische Beobachtungen in gebirgigem Gelände auch vielerlei praktische Probleme mit sich. Die beweglichen Teile von Anemometern sind viel grösseren Kräften ausgesetzt als an "normalen" Stationen und müssen deshalb stabiler sein. Die Vereisung von Instrument und Station sollte möglichst verhindert werden können. Auch die für die Flugmeteorologie und Wetterprognose so wichtige Interpretation von Radardaten wird durch Rückstreuung der Radarwellen an Hindernissen (statt, wie beabsichtigt, an Wolkentröpfchen) vor grosse Herausforderungen gestellt (siehe "Herausforderungen Radar im Gebirge").

 

ForschungsprojekteForschungsprojekteForschungsprojekte

Forschungsprojekte

Mitarbeitede der MeteoSchweiz waren und sind an einer Vielzahl von Forschungs-Projekten beteiligt, die zum Ziel haben, die meteorologischen Bedingungen im Alpenraum und die durch den Alpenbogen hervorgerufenen Veränderungen der Strömung zu verstehen und für die Wetterprognose bzw. Klimaanalyse nutzbar zu machen. Dies trifft insbesondere auf die zwei grossen, internationalen Forschungsprogramme der letzten Jahrzehnte, ALPEX (Alpine Experiment) und MAP (Mesoscale Alpine Progamme) zu. Im Rahmen des Nationalen Klimaforschungsprogramms NFS Klima trägt die MeteoSchweiz - neben anderen wichtigen Beiträgen - mit einem Modul "Klima im Alpenraum" bei. Der schweizerische Beitrag zum Global Atmosphere Watch Programm (GAW-CH) der WMO, der von der MeteoSchweiz initiiert wurde und koordiniert wird, ermöglichte nicht nur, das Jungfraujoch als eine der ganz wenigen "Globalen Referenzstationen" im Gebirge zu etablieren; ebenso werden Strahlungsmessungen im Gebirge (ASRB), die längste Totalozon-Messreihe der Welt, UV-Messungen und vieles mehr betreut und die gewonnenen Daten werden analysiert.

 

 
Forschungsflug über den Alpen

Forschungsflug über den Alpen während MAP (Photo NN)

Wetterballon

Dropsonde während MAP (Photo NN)

WetterbilderWetterbilderWetterbilder
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Föhnwolken

Altocumulus Lenticularis (Photo Käslin)

Nebel im Jura

Nebelschwade bei La Brévine (Photo Daniel Walker)

 
Bergsee mit Wolken
 
Klausenpass mit Föhnwolke

Föhnwolken am Klausenpass (Photo Esther Scharnhorst)

lievecam Murg

Livecam MeteoSchweiz bei Murg

Publikationen zu "Klima und Wetter im Alpenraum"

In unserem umfangreichen Verzeichnis von wissenschaftlichen Publikationen finden Sie verschiedene Beiträge zum Thema "Klima und Wetter im Alpenraum".
Publikationen

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